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Grusswort zur 25. Jubiläums-MV der BWCG
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GRUSSWORT
ZUR 25. JUBILÄUMS-MITGLIEDERVERSAMMLUNG
DER BADEN-WÜRTTEMBERGISCHEN
CHINA-GESELLSCHAFT*

Von Staatssekretär Hubert Wicker, Stuttgart**

Sehr geehrter Herr Professor Sund,
sehr geehrter Herr Botschafter Professor Leonberger,
sehr geehrte Damen und Herren,

Staatssekretär Hubert Wickerich finde es sehr schön, verehrter Herr Professor Sund, dass Sie heute gemeinsam mit uns das 25jährige Jubiläum der Baden-Württembergischen China Gesellschaft nachfeiern, das Sie 2008 begangen haben.
Hierzu heiße ich Sie alle sehr herzlich willkommen. Ich freue mich, dass Sie, gebührend dem Anlass, so zahlreich der Einladung zur Mitgliederversammlung und zur Vortragsveranstaltung gefolgt sind. Mit dieser Veranstaltung würdigen Sie Ihr 25jähriges Bestehen und Jubiläum.
Ein Anlass, zu dem auch ich gerne gekommen bin, um mich mit Ihnen zu freuen und mit Ihnen zu feiern. Hierzu darf ich Ihnen auch die herzlichsten Glückwünsche von Herrn Ministerpräsident Oettinger überbringen.
Unter Ihrem Vorsitz, sehr verehrter Herr Professor Sund, entwickelte die Baden-Württembergische China-Gesellschaft sehr vielfältige und lebhafte Aktivitäten. Ihnen ist es als spiritus rector zu verdanken, dass Baden-Württemberg federführend ist bei den vielfältigen Wirtschafts- und Wissenschaftskontakten und bilateralen Beziehungen zu China. Und dies zu einer Zeit, als China noch das große unbekannte Land in Asien verkörperte und die chinesische Kultur für viele von uns schwer zugänglich war.
Dies hat sich in den vergangenen 25 Jahren des Bestehens Ihrer Gesellschaft verändert.
Baden-Württemberg und China pflegen seit vielen Jahren enge freundschaftliche und partnerschaftliche Verbindungen. Baden-Württemberg ist stolz darauf, zwei der ältesten Partnerschaften mit chinesischen Provinzen in Deutschland zu haben. Seit rund 20 Jahren bestehen Kooperationen mit den Provinzen Liaoning (1986 unterzeichnet) und Jiangsu (1994 vereinbart). Beide Kooperationen führen auf eine erste Reise von Ministerpräsident Lothar Späth im Jahr 1979 in die Volksrepublik China und den Besuch der Provinz Liaoning zurück.
Dies war der Beginn einer intensiven und erfolgreichen Partnerschaft, die bis heute sehr lebendig ist.
Ein Meilenstein der wirtschaftlichen Beziehungen war die große Industrieausstellung des Landes Baden-Württemberg in Shenyang im Jahr 1981 mit 120 baden-württembergischen Unternehmen.
Aus dieser für viele Unternehmen erstmaligen Kontaktaufnahme entstanden zahlreiche Vertretungen, Niederlassungen und Produktionsstätten baden-württembergi¬scher Unternehmen in China. Nach IHK-Angaben sind derzeit rd. 140 Unternehmen mit eigenen Niederlassungen oder Produktionsstätten in China vertreten. Ein besonderer Schwerpunkt mittelständischer Investments ist die Stadt Taicang in unserer Partnerprovinz Jiangsu.
Das Land Baden-Württemberg hat seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts den Export aus Baden-Württemberg in die Volksrepublik China konsequent und erfolgreich gefördert. Nahezu jährlich wurden dazu ein oder mehrere Kontakt- und Kooperationsbörsen in den wichtigsten Städten und Provinzen Chinas veranstaltet.
Seit damals hat China ein atemberaubendes Wirtschaftswachstum, einhergehend mit tief greifenden gesellschaftlichen Veränderungen, durchlaufen. China gehört heute zu den führenden Volkswirtschaften der Welt.
Aus Sicht des Landes Baden-Württem¬berg gestalten sich die Beziehungen zu China äußerst erfolgreich.
Dies gilt auch für den Austausch von Wissenschaftlern und Studierenden.
86 formelle Partnerschaften zwischen Hochschulen in Baden-Württemberg und China prägen unsere Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Wissenschaft. Derzeit sind etwa 4.000 Studierende aus China an Hochschulen und Universitäten in Baden-Württemberg eingeschrieben (WS 2007/2008), bundesweit sind es über 27.000 Studierende (WS 2006/2007). Darüber hinaus finanziert unser Land seit Jahren Stipendien für rd. 100 Studierende und Nachwuchswissenschaftler aus China an Hochschulen in Baden-Württemberg und umgekehrt.
Mit Shanghai pflegt unser Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst eine enge Zusammenarbeit. Besondere Schwerpunkte sind die Tongji-Universität und die Jiao Tong-Universität. Erstere ist eine Gründung im Jahre 1007 auf Anregung des Konulatsarztes Dr. Erich Paulun unter Mitwirkung des damaligen Generalkonsuls Dr. Wilhelm Knappe, der Koppel-Stiftung und der deutschen Reichsregierung als „Deutsche Medizinschule“.
So sind enge Verflechtungen nicht nur mit den Partnerprovinzen, sondern mit vielen Gebieten Chinas entstanden.
Im Bildungsbereich ist aktuell eine Vereinbarung des chinesischen zentralen Bildungsministeriums mit unserem Kultusministerium zur Einführung eines Qualitätsmanagementsystems in der höheren beruflichen Bildung geplant. Das an unseren beruflichen Schulen eingeführte Konzept der operativ eigenständigen Schulen (OES) steht dabei im Mittelpunkt der Zusammenarbeit.
Darüber hinaus ist Baden-Württemberg wichtige und regelmäßige Station zahlreicher Delegationen aus dem Reich der Mitte. Dies alles soll künftig noch vertieft werden, u. a. auch durch eine Reise von Herrn Ministerpräsident Günther Oettinger im Jahr 2011 nach China.
Wir freuen uns, dass es der China-Gesellschaft gelungen ist, Herrn Botschafter a. D. Professor Leonberger, einen exzellenten Diplomaten und China-Kenner, für Ihre Veranstaltung heute Abend zu gewinnen. Es ist mir eine besondere Freude, einen gebürtigen Stuttgarter im Marmorsaal, der guten Stube des Landes Baden-Württemberg, begrüßen zu können. Somit haben Sie heute Abend ein echtes Heimspiel, Herr Professor Leonberger!
Als ehemaliger Botschaftsrat an der deutschen Botschaft in Peking und Generalkonsul in Shanghai und heute dort noch lehrender Professor an der Tongji-Universität bringt er das entsprechende Wissen, die nötige Fachkompetenz, Landeskunde und das erforderliche Verständnis für China, seine Menschen und seine Kultur mit, um kompetent und erfahren über das Thema „China auf der internationalen Bühne“ zu referieren.
Lassen Sie mich nochmals Dank sagen. Dank an Sie, Herr Professor Sund, als Vorsitzenden, für Ihr Engagement, Dank an Sie, meine verehrten Damen und Herren, die Sie die Baden-Württembergische China-Gesellschaft so aktiv unterstützen und Dank an alle Mitglieder, die den Verein tragen und beleben.
Die Landesregierung freut sich, dass die Baden-Württembergische China-Gesellschaft weiter die Aufgaben, insbesondere im Wissenschaftsbereich, unterstützt.

 


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Die Mitgliederversammlung fand im Marmorsaal des Neuen Schlosses in Stuttgart am 24. Juli 2009 statt (s.S.35).
** Staatsministerium Baden-Württemberg.